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Spielberichte 2. Liga 99/00
31. Spieltag: 1.FC Köln - KSC 1:2

14.05.2000, Köln, Müngersdorfer Stadion

Im Müngersdorfer Stadion erwarteten 35.000 eine rauschende Party. Doch der KSC erwies sich dabei als Spielverderber - im Duell Aufsteiger gegen Absteiger konnte das Schlußlicht alle drei Zähler aus der Domstadt entführen.

Endlich hatte ich mal wieder ein KSC-Spiel direkt vor der Haustür und ersparte mir somit eine langwierige Anreise. Bevor es zum Stadion ging, stand zunächst ein Treffen eines Kölner KSC-Fanclubs an, bei dem auch der neu gewählte KSC-Vize Werner Merkel anwesend war und die Fragen der Anwesenden beantwortete.
Nach rund zwei Stunden Essen, Diskutieren, und Sonnenbrand machten wir uns nach Müngersdorf auf.
Rund um die Arena herrschte regelrechte Volksfeststimmung. Die Rot-Weißen waren bereits voll auf Feiern eingestimmt, vergaßen dabei aber nicht, den mitgereisten Fans des Tabellenletzten aufmunternde Worte mitzugeben. Ein interessantes Phänomen: wo man auch hinkommt, es gibt kaum Häme für den abgestürzten Ex-Bundesligisten. Schließlich ist man als KSC-Fan auch so schon genug gestraft...

Im Gästebereich waren etwa 100-200 Badener anzutreffen; einige hatten sich leider durch unzutreffende Gerüchte über ein ausverkauftes Stadion abschrecken lassen.
Vor Anpfiff feierten die FC-Fans ausgiebig Ewald Lienen, den Vater des Kölner Aufstiegs.
Der Stadionsprecher erinnerte auch nochmal an die tollen Duelle zwischen FC und KSC in den zurückliegenden Jahren und hoffte auf ein baldiges Wiedersehen... gut gemeint, aber nicht unbedingt dazu angetan, uns zu fröhlicher Stimmung zu animieren.
Ungewöhnlicherweise wurde auf die obligatorische KSC-Raucheinlage diesmal verzichtet; stattdessen wurden zum Anpfiff drei riesige Planen mit den Buchstaben "K", "S" und "C" entrollt. Dazu gab es passend zum Abschied ein Spruchband mit der Aufschrift "Niemals geht man so ganz".

Dann ging'S auch endlich los, und die Gastgeber drohten, den KSC zu überrollen.
Bereits in der 11. Minute gab es auch die folgerichtige Führung. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kam der KSC zu keiner vernünftigen Chance. Umso überraschender kam in der 39. Minute der Ausgleich. Ein Freistoß von Jens Bäumer segelte an Freund und Feind vorbei ins Tor. Keeper Pröll, der zu guter Letzt auch noch getunnelt wurde, machte dabei keine besonders elegante Figur.

Mit dem 1-1 ging es in die Halbzeit. Danach dann ein völlig verändertes Bild. Beim FC stellten sich offenbar Nachwirkungen der Aufstiegsfeierlichkeiten ein; während der KSC längst vergessen geglaubte Tugenden zeigte.
Das erfolgsverwöhnte Publikum verlor auch langsam die Geduld und konnte sich kaum noch zu Jubelgesängen aufraffen. Im KSC-Block wurde die in Hälfte Eins noch recht trübe Stimmung zunehmend besser.
Das Schlußlicht erarbeitete sich Chance um Chance und in der 78. Minute war es dann endlich soweit - Benjamin Auer sorgte nach schönem Konter für die 2-1-Führung. Die Kölner antworteten mit einem gellenden Pfeifkonzert für ihre müde Truppe, während es sich die mitgereisten Badener nicht nehmen ließen, den, wenn auch wertlosen, Auswärtssieg zu feiern.

Nach Abpfiff gab es dann auch beim FC Jubel, so dass am Ende alle halbwegs zufrieden waren.
Zum Abschluß ging es noch in einen gemütlichen Biergarten, wo man vor freudetrunkenen FC-Fans einigermaßen sicher war und sich nicht noch ausschweifende Feiern des Gegeners antun mußte.

Fazit: Die unangenehme Aufgabe, als designierter Absteiger Statist bei der FC-Aufstiegsfete zu sein, wurde zufriedenstellend gelöst...


Siehe auch:
> 2. Liga 99/00 > 31. Spieltag: 1. FC Köln - KSC 1:2
31. Spieltag: 1. FC Köln - KSC 1:2
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